Autisten als IT-Spezialisten

25. August 2008

Spiegel Online hat heute einen Artikel über das dänische IT-Unternehmen Specialisterne, das ausschließlich Autisten beschäftigt – weil sie besser geeignet sind, monotone, aber extrem detailsensiblen Prozesse durchzuführen:

Autisten nicht als Behinderte zu sehen, sondern ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen. Das ist die Idee des dänischen IT-Unternehmens Specialisterne, bei dem Jensen für Kunden wie GlobalConnect die Kabellegung plant. Übersetzt bedeutet der Name „Spezialisten“ und genau das sind Autisten. Sie sind oft auf einzelnen Gebieten hochbegabt und haben ein weit besseres Gefühl für Details als Nicht-Autisten. Fehlerlos endlose Zahlenkolonnen zu überprüfen, ist für Autisten kein Problem. Sie können für Software-Tests eingesetzt werden oder Mobiltelefone auf ihre Funktionen hin testen. Schwer hingegen fällt ihnen Teamarbeit. Empathie zählt nicht zu ihren Stärken. In einer Arbeitswelt, die Teamfähigkeit meist ganz oben in jedes Anforderungsprofil schreibt, haben sie kaum eine Chance – außer bei Specialisterne.

Obwohl kein einziges Mal der Begriff Nerd fällt, passen die Beschreibungen perfekt zu all den Einschätzungen, die man sonst über Nerds lesen kann:

Tatsächlich hatte der Manager lange Schwierigkeiten, die richtigen Leute für den Job zu finden. „Die Abläufe wiederholen sich ständig, dennoch braucht es Detailgenauigkeit“, sagt Krage. Bevor er mit Specialisterne zusammenarbeitete, hatte er Leute, die nicht wirklich motiviert waren und die Aufgabe als unbeliebte Pflicht empfanden. Autisten seien hingegen viel motivierter und könnten den Job genauso schnell, wenn nicht schneller erledigen, als Nicht-Autisten.