Reservat Kauzigkeit

15. April 2010

Daniel Haas benutzt in dem Artikel „Gestatten meine Name ist Nerd“ über Tina Fey die Vokabel „Kauz“, um Nerds zu charakterisieren. Und Kauzigkeit wird als das Pflegen von obskuren Vorlieben zum Schutz vor Enttäuschungen in der „Wirklichkeit“ definiert:

Die Gestalt, die diese Geistes- und Lebenshaltung immer noch am besten zum Ausdruck bringt, ist der Nerd. Bis Fey die Bühne betrat, waren Nerds vorwiegend männlich, Kauze, die sich mit obskuren Vorlieben vor der Wirklichkeit verschanzten. Einer Welt romantischer Enttäuschungen und sozialer Tiefschläge entgeht der Nerd mit Parallelexistenzen in Comics und Computerspielen. In der gehobenen Variante können es auch Jazz, Kunstfilme und schwierige Bücher sein.

Zudem gibt es einen winzigen Versuch, die wachsende Popularität von Nerds zu erklären:

Die Unterhaltungsindustrie verdankt den Nerds Milliardenumsätze, und die Comedy nutzt sie als Spielmaterial. „Wir wären nirgendwo ohne die Nerds“, sagt Fey und wuschelt sich unbeholfen die Frisur zurecht. „Ich mag diese Loser. Kein Wunder: Sie hat den tapferen Verlierer ja für die weibliche Humorkultur erobert und regelrecht zur Kunstfigur veredelt. Liz Lemon ist bei allem Wortwitz so lächerlich, dass es wehtut.

Das erinnert an die Definition von Camp, dass etwas so schlecht ist, dass es wieder gut ist, bleibt aber völlig im Negativen. Warum es unterhaltend sein soll.

[Photo aus der Vogue ]