Gebt Jim Burrows Credit!

26. August 2009

Alles, was wir in Zeitungsartikeln, Radiofeatures und Fernsehberichten jemals über Nerds gelernt haben, stammt von dieser Homepage von Jim Burrows:

http://www.eldacur.com/~brons/NerdCorner/nerd.html

Es gibt wenig Photos von ihm, aber ein schönes nerdiges hier:

B8146bea

(Originalquelle des Bildes: http://www.eldacur.com/~brons/Vacation.html)


Dr. Seuss „If I Ran the Zoo“

26. August 2009

Die wohl erste Erwähnung eines Nerds in der Kulturgeschichte bei Dr. Seuss in dem Buch „If I Ran the Zoo“:

If-I-Ran-The-Zoo

(Originalquelle des Bildes: http://www.eldacur.com/~brons/NerdCorner/If-I-Ran-The-Zoo.gif)

Und hier im Detail:

NerdBig8

(Originalquelle des Bildes: http://www.eldacur.com/~brons/NerdCorner/AHED-nerd.html)


Versunkenheit

26. August 2009

Auch Max de Brujin weist auf das Phänomen der „Versunkenheit“ hin, das bei Nerds zu beobachten ist. Er deutet es allerdings als eine Fähigkeit von Nerds, aus der sich eine „Haltung“ ergibt, nicht umgekehrt:

Betrachten wir noch einmal Bill G., unumstritten der Prototyp eines Nerd. Ein unscheinbarer Mann, der trotzdem auffällt. Doch warum eigentlich? Weil seine ganze Haltung ausdrückt, daß er absolut überzeugt ist: von seiner Arbeit und seinen gesamten Ideen. Das typische am Nerd ist nämlich, daß er sich einer Sache stets mit Leib und Seele verschreibt, sei es nun das Sammeln von Star-Trek-Fanartikeln, von Berichten über Flugzeugabstürze, das Züchten von Grassorten oder Verkauf schlechter Software. Ganz und gar fixiert auf ihre Aktivitäten, zeigen Nerds wenig oder gar kein Interesse an ihrer Umgebung und legen dementsprechend wenig Wert auf ihr Äußeres. Diese Eigenschaften tragen wiederum dazu bei, daß Nerds überaus geeignet sind für Jobs in der Computerindustrie oder der Elektronikbranche. Ihre totale Konzentration und ihr ausgeprägtes Talent für abstraktes Denken versetzen sie in die Lage, jahrelang ohne Sonne oder frische Luft in einer virtuellen Welt von Codes und Gehirnbits zu leben. Dazu kommt, daß Nerds gern nach Höherem streben: Sie wählen häufig ein Fachgebiet, von dem außer ihnen kaum jemand Ahnung hat, oder verschreiben sich einem Wissenschaftszweig, dem nur wenig andere außer ihnen intellektuell gewachsen sind. Besonders die Computertechnologie hat als Wegbereiterin einer neuen Ära solche Herausforderungen zu bieten. Falls jedoch eines Tages der Anbau von Rosenkohl, das Verfassen von Gedichten oder Walzen von Stahl unverhofft den heutigen Stellenwert von Computertechnik einnehmen sollte, wären Nerds die phantastischsten Rosenkohlzüchter, die begnadetsten Lyriker und die zähesten Stahlwalzer.

(In: Wie werde ich Bill Gates? Aufzucht und Lebensweise des gemeinen Nerd. Frankfurt a. M.: Fischer, 2000. S. 11 f.)

Folgerichtig beschreibt er die „Versunkenheit“ dann auch mit einer negativ besetzten Formel für Fremdbestimmtheit:

Die Besessenheit, mit der sich Nerds einer Aufgabe widmen, ist für die meisten Menschen das Verwirrendste an ihnen, weil normale Maßstäbe auf sie einfach nicht anwendbar sind.

(In: Wie werde ich Bill Gates? Aufzucht und Lebensweise des gemeinen Nerd. Frankfurt a. M.: Fischer, 2000.S. 12)


Widernatürlichkeit

26. August 2009

Max de Bruijn verweist auf nicht näher belegte „Fachdiskussionen“, in denen die heftige Abwehrreaktion, die Nerds bei anderen hervorrufen, sozialdarwinistisch erklärt werden. Der Erfolg von Nerds werde als widernatürlich empfunden:

[W]as macht [Bill Gates] zum Nerd? Nun: er trägt eine Brille, hat ein zerknautschtes Gesicht und schmale Schultern, versteht etwas von Computern und läßt gerne Prognosen über die Zukunft der Menschheit vom Stapel. All das klingt an sich ziemlich unschuldig; und doch ruft Bill G. bei vielen Leuten tiefe Haßgefühle hervor. […]

In Fachdiskussionen über dieses Phänomen gewinnt neuerdings eine darwinistische Theorie immer mehr an Boden. Angeblich ist es ein grundlegendes menschliches Problem, einfach nicht akzeptieren zu können, daß es die Nerds sind, die uns die Segnungen des Computerzeitalters beschert haben. […] [G]enau die Jungs, die in der Schule ein Mathe-As waren, in Sport dagegen eine Niete, und die deswegen ständig schikaniert wurden. Der Erfolg dieser Nerds, wie zum Beispiel Bill Gates, erweckt Mißgunst und will obendrein so gar nicht zu unserer biologisch bedingten Vorstellung vom erfolgreichen Menschen passen. Unter einem Gewinnertypen stellt man sich gemeinhin jemanden mit dem Aussehen von Tom Cruise oder Kevin Costner vor, und die besten Chancen, ihre Erbanlagen weiterzugeben, haben angeblich kräftige Männer mit viereckigem Unterkiefer und breiten Schultern. Steht aber ein linkischer Hänfling mit Brille und fettigen Haaren auf dem Siegertreppchen, ruft dies ganz von selbst Frust und Ablehnung in uns hervor. Das schlimmste an der Sache ist allerdings, so die wissenschaftliche Theorie, daß wir die Nerds zugleich dringend brauchen – beispielsweise wenn unser Computer abstürzt, wenn wir ein bestimmtes Programm benötigen oder eine Anwendung nicht verstehen.

(In: Wie werde ich Bill Gates? Aufzucht und Lebensweise des gemeinen Nerd. Frankfurt a. M.: Fischer, 2000. S. 9 f.)